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Bei Problemen richtig helfen – aber wie?

 

Autor Claudia Luttekort | Letztes aktualisiert Jul, 04 2013

 

Wenn ein nahe stehender Mensch offensichtlich Hilfe zur Lösung eines Problems benötigt, ist fast jeder gern bereit, zu helfen, Ratschläge zu geben oder sogar das Problem selbst in die Hand zu nehmen. Doch dabei stellt sich die Frage, welche Art von Hilfe richtig oder angemessen ist. Manche Menschen, die als äußerst hilfsbereit bekannt sind, gehen sogar so weit, sich die Probleme anderer zu Eigen zu machen und vergessen sich selbst darüber. Ist das dann überhaupt noch Hilfe? Wird das jeweilige Problem nur verlagert? Tut es den beteiligten Menschen, also dem Hilfesuchenden und dem Hilfegebenden gut, so zu handeln?

 

Erste Hilfe bei Problemen – Zuhören

In vielen Fällen muss Hilfe gar nicht aktiv sein. Wenn jemand ein Problem hat, will er häufig zunächst einfach sein Herz ausschütten. Viele kennen das – kann man sich etwas von der Seele reden, ist das bereits eine deutliche Entlastung. Doch die meisten Menschen beherrschen das richtige Zuhören nicht mehr. Es fällt schwer, den Anderen einfach erstmal reden zu lassen, ohne etwas zu sagen. Das liegt daran, dass beim Zuhören das Gehirn bereits beginnt, Lösungsansätze zu formulieren. Diese möchte man dem Gegenüber so schnell wie möglich mitteilen und unterbricht den Erzählenden. Das ist nicht unhöflich gemeint, sondern entsteht aus dem Bedürfnis heraus, so schnell wie möglich Hilfe zu geben. Besser ist es, dem Anderen bis zum Ende zuzuhören. Und auch dann sollten zunächst keine Lösungsvorschläge gemacht werden. Gibt man dem Gegenüber zu verstehen, dass man seine Gefühle – Wut, Trauer oder Enttäuschung nachfühlen kann, ist das im ersten Moment Hilfe genug.

 

Andere durch Bestätigung ernst nehmen

Nicht nur bei Kindern wird der Fehler gemacht, das angesprochene Problem herunter zu spielen. „Das wird schon.“, „Das ist doch nicht so schlimm.“ oder auch „Stell Dich nicht so an.“ sind Floskeln, die weder helfend noch aufbauend wirken. Jedes noch so klein erscheinende Problem sollte ernst genommen werden, wenn man das Vertrauen nicht verspielen will. Versuche, sich innerlich in den anderen hinein zu versetzen, helfen dabei. Es fällt leichter, eine bestätigende Antwort zu finden wie zum Beispiel „Das würde mich auch ärgern (enttäuschen, traurig machen).“ Dadurch wird dem anderen ermöglicht, detaillierter von dem Problem zu erzählen und es ergeben sich weitere Bestätigungsmöglichkeiten. Statt Lösungen zu präsentieren können Fragen gestellt werden. Durch Nachfragen lässt sich ein solches Gespräch in die Richtung lenken, in der der andere selbst der Lösung seines Problems näher kommt.

 

Hilfe zur Selbsthilfe

Dem Gegenüber die Möglichkeit geben, selbst zu einer möglichen Lösung zu gelangen, ist eine der besten Hilfen. Das bedeutet nicht, dass gar keine Ratschläge mehr gegeben werden sollten. Bemerkt man, dass der andere momentan völlig in seinem Problem verstrickt ist, können Ratschläge auch in Fragen umformuliert werden. Statt „Du solltest … „ kann es heißen „Ich frage mich, was geschehen würde, wenn Du …“ ist eine beispielhafte Umformulierung. Tagtäglich begegnen Situationen, in denen man, eher unbewusst, Ratschläge erteilt. Diese können als Übungsplattform zur Umformulierung genutzt werden. Durch einen handfesten Ratschlag wird der andere geradezu genötigt, diesen zu befolgen. Funktioniert der Rat nicht, ist der Hilfesuchende in der fatalen Situation, zusätzlich zu seinem eigentlichen Problem, ein weiteres Gefühl des Versagens erlebt zu haben. Ist der Ratschlag jedoch als Frage formuliert, wird er ihn in einer für ihn machbaren Weise und mit positiven Ergebnissen ausführen.

 

Das Gefühl für den richtigen Zeitpunkt

Manchmal tritt jemand nicht direkt mit einem Problem an jemand anderen heran, sondern es wird erahnt, erspürt oder gesehen, dass es ein Problem gibt. Befindet man sich zu diesem Zeitpunkt in einer größeren Runde, während einer Feier, im Kollegenkreis oder in einer Diskussionsrunde, sollte derjenige nicht in Anwesenheit der anderen angesprochen werden. Das kann verletzend und bloßstellend sein. Im schlimmsten Fall bringt es die anderen dazu, ebenfalls Ratschläge zu äußern. Diese geballte Form von Ratschlägen würde wie ein Gewitter von Belehrungen auf denjenigen niederprasseln. Seien die Hilfsangebote in diesem Moment auch noch so gut gemeint, es käme nicht eines wirklich an. Nimmt man denjenigen in einem ruhigen Moment zur Seite und signalisiert, dass man ein Problem wahrnimmt, hat man sofort Aufmerksamkeit. Diese kann genutzt werden, einen passenden Zeitpunkt zu vereinbaren, um miteinander zu reden. Selbst wenn das erst am kommenden Tag möglich ist, ist damit die erste gefühlsmäßige Hilfe gegeben.

 

Nicht Verantwortung übernehmen, sondern Hilfe anbieten

Generell sollte klar sein, dass niemand die Macht hat, ein Problem für einen anderen zu lösen. Geschehenes kann nicht ungeschehen gemacht werden. Ein Unfall, eine Krankheit, Jobverlust, Trennung vom Partner, eine schlechte Schulnote und so weiter, all das sind ernsthafte Probleme. Doch sie sind bereits geschehen. Wer nun versucht ist, im Nachhinein die Verantwortung zu übernehmen, also demjenigen das Problem abzunehmen, steht auf verlorenem Posten. Ist beispielsweise der Job gekündigt, warum auch immer, lässt sich das nicht rückgängig machen. Man kann demjenigen auch keinen neuen Job verschaffen. Aber es ist möglich herauszufinden, was nun getan werden kann. Wichtig ist, dass der andere selbst etwas tut. Weiß er nicht, wie er das Problem angehen soll, können Fragen formuliert werden, die demjenigen die Verantwortung, einen neuen Job zu finden, selbst überlassen. Damit hat er einerseits das positive Gefühl, Gehör gefunden zu haben und andererseits den Stolz, selbst etwas zu schaffen.

 

(Quelle: „Hörst Du mir eigentlich zu?“ von Gary B. und Joy Saunders Lundberg, Goldmann-Verlag, 2008)

"The Work" of Byron Katie

Im Unterschied zu komplizierten psychologischen Systemen funktioniert diese Methode sofort im Leben eines jeden, der sie mit offenem Herzen und Verstand ausprobiert.

 

Mancher mag ihr vorwerfen, sie sei zu einfach, aber wer praktisch an sich arbeiten möchte, ist dankbar für alles, was leicht zu behalten, in jeder Lebenssituation anzuwenden ist und wirklich erstaunliche Veränderungen bewirken kann. Außerdem macht das Stellen und Beantworten der Fragen Spaß – zumindest nachdem man einigermaßen damit vertraut ist.

 

Die Fragen lauten:

 

1. Ist es wahr?

2. Kannst Du wirklich wissen, dass es wahr ist?

3. Was hast Du davon, wenn Du das denkst?

4. Wer wärst Du, wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du das nicht denken würdest?

5. Kehre Deine Aussage um.

 

Mit Hilfe dieser (und ein paar Unterfragen) untersucht man einige vorher niedergeschriebene Behauptungen, Urteile, Denkmuster oder Glaubenssätze.

 

Der immense positive Effekt manifestiert sich häufig in spontanen Verhaltensänderungen, die wohl nur durch die Mitwirkung des Herzens oder des Gefühls erklärt werden können. Derartige Veränderungen werden sonst nur durch langwierige Therapien, einschneidende Erlebnisse oder lange Lebenserfahrung erzielt.

 

Mehr unter

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwjoyreQ7ZfYAhWkCMAKHWZRD1gQFgg2MAA&url=http%3A%2F%2Fthework.com%2Fde&usg=AOvVaw1bZTL6HgaCeGl8CDPfMAux

 

Fünf Fragen, mit denen sich Probleme schriftlich lösen lassen

 

Das Leben in die Hand nehmen

 

Fünf Fragen, mit denen sich Probleme schriftlich lösen lassen  

 

Wenn wir Probleme haben und uns nicht gut fühlen, dann hilft es vielen Menschen, wenn

wir über unsere Probleme und Gefühle schreiben. Viele wissen allerdings nicht, wie sie mit dem

Schreiben anfangen sollen. Sie sitzen dann vor dem leeren Blatt oder vor dem leeren Dokument

in der Textverarbeitung, haben einen leeren Kopf und sind frustriert.  

 

Eine gute Lösung für dieses Problem sind Leitfragen, an denen man sich schreibend

entlanghangeln kann. Hier habe ich einmal fünf solcher Leitfragen für Sie zusammengestellt,

mit denen Sie bei einem Problem Ihre Gefühle und Gedanken erkunden und in eine konstruktive

und lösungsorientierte Richtung lenken können.  

 

Wenn Sie also ein Problem haben oder sich einfach schlecht fühlen, dann setzen Sie sich in Ruhe

hin und stellen sich schriftlich die folgenden Fragen und schreiben die Antworten dazu auf:

 

 

1. Worum genau geht es hier eigentlich? – Erlauben Sie sich als Antwort auf diese Frage ruhig

unkonkrete und schwammige Antworten. Sammeln Sie auch Stichwörter, Satzfragmente

und alles, was Ihnen einfällt.

 

2. Also was genau das ist das Problem? – Versuchen Sie, diese Frage möglichst sachlich zu

beantworten und bleiben Sie bei den harten Fakten und dem, was wirklich passiert ist.

Lassen Sie reine Vermutungen außen vor. Schreiben Sie aber auch über Ihre Gefühle, die

Sie als Reaktion auf Ihre Situation empfinden.

 

3. Was hätte ich gerne anstelle des Problems, was ist mein Ziel? – Schreiben Sie auf, was

Sie lieber als das Problem hätten. Wie möchten Sie sich gerne fühlen? Wie möchten Sie,

dass sich die Situation entwickelt? Wo möchten Sie hin? Wie fühlt sich dieses Zielbild an?

 

4. In welchen Bereichen meines Lebens habe ich das bereits? – Schauen Sie auf die Lebensbereiche,

wo Sie dieses Problem nicht haben oder wo Sie bereits das Ziel erreicht haben, das Sie in

Frage 3 formuliert haben. Was machen Sie da anders? Welche Fähigkeiten nutzen Sie

dazu, damit Sie da das Problem an dieser Stelle nicht haben?

 

5. Was könnte ich tun, um einen ganz kleinen Schritt vom Problem zu meinem Ziel zu machen?

Was könnten Sie tun, um Ihrem Ziel näher zu kommen? Wo könnten Sie Kleinigkeiten

ändern? Welche neue Einstellung würde Ihnen dabei helfen? Was könnten Sie anders machen?  

 

 

Mit diesen 5 Fragen können Sie systematisch über Ihre Probleme und über mögliche Lösungen

nachdenken.

Versuchen Sie es doch einmal zum Üben mit einem kleinen Problemchen, das Sie gerade jetzt nervt.

 

(Quelle: unbekannt)

 

 

http://www.vtw-the-work.org/the-work/anleitung.html

 

Der Verband für The Work of Byron Katie (vtw) ist ein eingetragener Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen, die an The Work interessiert sind, ein Forum für Austausch und Vernetzung zu bieten. Unsere Mitglieder sind deutschsprachige Menschen aus Europa und den USA. Byron Katie ist Ehrenmitglied im vtw.

 

 

 

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