SchamaneWissenKreativität
Hintergründe über Kreativität

 

Der kreative Prozess wird nach Mihaly Csiksentmihalyi als Abfolge von fünf Phasen definiert:

 

Phase 1 - Die Vorbereitung

In der Vorbereitungsphase machen wir uns das Problem bewusst. Wir stellen uns Fragen und definieren das Problem sehr genau. Denn wenn wir das Problem nicht auf den Punkt bringen, fallen uns alle möglichen Lösungen, zu allen möglichen Aspekten unseres Problems ein. Es ist vielleicht ganz schön, so kreativ zu sein und so viele Ideen zu haben, nur das eigentliche Problem wird dadurch nicht gelöst. Der Sinn dieser Vorbereitung liegt darin, unseren Verstand an seine Grenzen zu führen, denn hinter unseren Grenzen fängt die Phantasie an.

 

Phase 2 - Die Reifungsphase

In der zweiten Phase, in der Ideen unterhalb der Schwelle der bewussten Wahrnehmung in heftige Bewegung geraten. In dieser Phase sind ungewöhnliche Verknüpfungen besonders häufig. Wenn wir uns bewusst (mit dem Verstand) um die Lösung eines Problems bemühen, verarbeiten wir Informationen auf lineare, logische Weise. Aber wenn die Gedanken frei in unserem Kopf herumschwirren können, ohne dass wir sie in eine konkrete, genau festgelegte Richtung zwängen, können ganz neue und unerwartete Kombinationen entstehen.

 

Phase 3 - Die Einsicht

Die dritte Phase des kreativen Prozesses ist die Einsicht, manchmal auch als >Aha-Erlebnis< bezeichnet, jener Moment, in dem Archimedes ins Bad stieg und >heureka!< rief, weil die Teile eines Puzzles plötzlich ein Ganzes ergaben. In der Praxis können mehrere Einsichten mit Phasen der Vorbereitung, Bewertung und Ausarbeitung durchsetzt sein. Also mit vielen kleinen Erleuchtungen. Einsichten kommen uns meistens in Phasen der Ruhe und Entspannung.

 

Phase 4 - Die Bewertung

Die vierte Phase ist die Bewertung, bei der die Person (oder die Personen) entscheiden muss, ob es sich um eine wertvolle und lohnende Einsicht handelt. Das ist häufig die emotional aufwühlendste Phase des Prozesses, in der Zweifel und Unsicherheit am größten sind. In diesem Stadium rücken meist auch die verinnerlichten Kriterien der Erziehung und die verinnerlichten Meinungen der Umwelt in den Vordergrund: Ist die Idee wirklich neu, oder ist es nur eine Binsenweisheit? Was werden meine Kollegen davon halten? Es ist eine Phase der Selbstkritik, der Gewissensprüfung. In dieser sehr sensiblen Phase treten dann auch häufig die „Killerphrasen“ auf. Sie kommen meistens von Menschen, die vor Veränderungen zurückschrecken. Die Gefahr ist, dass Sie sich abschrecken und verunsichern lassen.

 

Phase 5 - Die Ausarbeitung

Die fünfte Phase ist die Ausarbeitung. Diese Phase dauert am längsten und erfordert die größte Anstrengung. Von dieser Phase sprach Edison, als er bemerkte, Kreativität besteht zu 1 Prozent aus Inspiration und zu 99 Prozent aus Transpiration.

Hinderlich für kreatives Denken sind:

 

- Gehorsamkeitsanspruch von Vorgesetzten, Eltern

- Autoritäres Führungsverhalten

- Überhäufung mit Routine- und Detailarbeiten

- Allwissenheitsanspruch der Experten

- Rationales, verbales Denken

- Sofortige Bewertung von Ideen

- Betonung des Sicherheitsaspektes

- Forderung nach geschlechtsspezifischem Verhalten

 

Diese Verhaltensweisen führen bei Menschen häufig zu:

- Passivität

- mangelnder Risikobereitschaft, Motivation, Flexibilität, Initiative

- Angst vor abweichendem Verhalten

- Angst davor Fehler zu machen

- Angst vor Konflikten

- Angst sich lächerlich zu machen

- Widerstand gegen Änderungen

- Übersteigertes Vertrauen in Expertenwissen

Förderlich für kreatives Denken sind:

 

- Offenheit und Toleranz

- Humor

- Kritik- und Konfliktfähigkeit

- Problemsensibilität

- Flexibilität und Originalität

- Mut zu unkonventionellen Lösungen und Ideen

- Risikobereitschaft

- Leistungsbereitschaft

- Neugier und Initiative

- Fähigkeit zum „vernetzten Denken“

- Entspannung

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