Holger BlumMarketingGute Web-Seiten
Fünf Erfolgsfaktoren guter Homepages

 

Webseiten müssen keine Designwettbewerbe gewinnen, um gut zu sein.

Hauptsache sie funktionieren so, wie der Besucher es erwartet.

Fünf Regeln gelten:


1. Wissen, was Besucher wollen

Wer eine Webseite besucht, erwartet dort etwas. Sie als Betreiber der Homepage sollten

wissen, was Ihre Besucher bewegt und was sie interessiert. Suchen viele die

Öffnungszeiten, wollen sie vertiefende Produktinformationen oder willen sie fix etwas

bestellen? Welche Produkte oder Kategorien sind am beliebtesten?

Webcontrolling-Software, Online-Befragungen und persönliche Gespräche sowie gesunder

Menschenverstand sind die Instrumente, die eine Antwort liefern.


2. Wichtiges muss ins Auge fallen

Wenn Sie wissen, was Ihre Besucher wollen, sollte das auch sichtbar sein: Die Öffnungszeiten

unübersehbar auf der ersten Seite oder eine sofort ins Auge fallende Suchfunktion. Gute

Grafiker wissen, wie Inhalte so gestaltet werden, dass der Blick auf die wichtigsten Punkte

gelenkt wird.


3. Wichtigster Prozess funktioniert wie geölt

Ob Onlinebestellung, -buchung oder –registrierung, für nichts ist das Web besser geeignet,

als für das Abbilden von Geschäftsprozessen. Aber wehe, es klemmt! Wenn die

Registrierung nicht völlig intuitiv und fehlerfrei läuft, dürfen Sie sich nicht über die vielen

Abbrecher wundern. Während die meisten Kinder heute mit der Maus in der Hand groß

werden, tun sich viele Erwachsene da noch etwas schwer. Und wer nicht weiß, wo er

hinklicken soll, bricht lieber ab, als etwas falsch zu machen.


4. Wer sucht, will auch finden

Wer eine Webseite besucht, will meist etwas Bestimmtes. Dazu wird oft die Suchfunktion

benutzt. Immer weniger Menschen beherrschen die Rechtschreibung. Von daher sollte jede

Suchfunktion auch fehlertolerant sein. Auch sollte ein Notebook-Computer auch dann

gefunden werden, wenn "Laptop" eingegeben wird. Vorbildlich ist es, wenn dann noch

nach dem Preis, dem Alter oder anderen Kriterien sortiert werden kann. Fotos sind ebenfalls

hilfreich. Generell sollten Bilder einfach per Mausklick vergrößert werden können. Auch eine

Klassifikation der Suchergebnisse nach Rubriken (Laptop-Zubehör, Laptop-Bücher) oder nach

Markennamen kann sinnvoll sein. Eine gute Suchfunktion kostet leider oft noch viel Geld. Sie

können aber auch eine Google-Suche über Ihr eigenes Internet-Angebot laufen lassen:

http://www.google.com/coop/cse/


5. Mit einem Klick zum Ziel

Wenn Sie die wichtigsten Dinge kennen, die Ihre Besucher suchen, dann bieten Sie Ihnen

das Ergebnis mit möglichst wenigen Mausklicks an. Mit jedem weiteren Klick verlieren Sie

jeweils die Hälfte der Besucher. Am besten sind die wichtigsten Informationen gleich auf der

Startseite oder zumindest mit einem einzigen Klick erreichbar.


Noch mehr Aspekte:


Manche Homepagebetreiber sind stolz auf Ihre hohe Verweilzeit. Sie meinen, dass die

Inhalte ihrer Website so spannend sind, dass die Nutzer sich vor Begeisterung nicht davon

losreißen können. Das Gegenteil ist oft der Grund: Die Nutzer suchen viel zu lange, finden

nichts und sind frustriert. Keiner surft gerne durchs Internet. Das Web ist ein Automat, um

bestimmte Dinge zu erledigen, die erledigt werden müssen. Machen Sie es den Menschen

leicht, die gewünschten Informationen zu finden.


Flash-Intro raus

Wer im Web surft, will möglichst bequem und schnell an Informationen kommen. Jeder

überflüssige Klick vergrault die Hälfte der Besucher. Eine Vorschaltseite vor der eigentlichen

Startseite ist der sichere Garant dafür, dass nicht mehr alle Besucher den Weg zu Ihnen

finden. Viele brechen ab und surfen woanders weiter.


Lesbarkeit

Die Schriftgröße sollte zur Zielgruppe passen: Ältere haben oft Probleme mit zu kleiner

Schrift, aber auch für Jüngere ist es angenehmer, wenn die Schrift so ist, wie man es von

anderen Webseiten kennt. Google verwendet für Überschriften zwölf Pixel Schrifthöhe und

für den Text zehn Pixel. Auch bei Amazon sind normale Buchstaben zehn Bildpunkte hoch.

Kleinere Schriftgrößen sind nur in Ausnahmefällen zu empfehlen. Und natürlich sollte die

Schrift kontrastreich sein. Zwar muss es nicht immer Schwarz auf Weiß sein, aber es sollte

auch nicht dunkelgraue Schrift auf hellgrauem Untergrund sein.


Hyperlinks

Das Schöne an Webseiten: Jegliche Details können ausgeblendet werden und werden erst

durch den Klick auf einen Hyperlink gezeigt. So bleibt die Seite übersichtlich und trotzdem

kann eine unendliche Detailfülle auf Abruf angeboten werden. Dazu ist es aber unbedingt

nötig, dass der Nutzer die Hyperlinks auch sofort erkennt. Früher waren alle Texte schwarz

und alle Hyperlinks blau und unterstrichen. Dieser Standard hilft, Hyperlinks schnell zu

erkennen. Jedoch passt das nicht zu jedem Corporate Design. Wenn möglich, sollten Sie

jedoch Hyperlinks durch eine andere Schriftfarbe und durch Unterstreichen kennzeichnen.

Ebenfalls praktisch ist das Markieren bereits angeklickter Hyperlinks in einer anderen Farbe.

Für den Fall dass die Wachhunde Ihrer Corporate Identity damit Probleme haben: Verweisen

Sie auf Google und Amazon. Das sind die meistbesuchten Seiten im Internet und die

machen es auch so. Oder fänden Sie es chic, wenn Ihr Fernlicht plötzlich mit dem Fuß

bedient wird und Ihre Tachonadel gegen den Uhrzeigersinn ausschlägt? Wer Standards

übernimmt, macht es seinen Nutzern leichter.


Sprache kurz und knapp

Eine Website ist kein Roman. Erläutern Sie kurz und knapp die wichtigsten Dinge, die gesagt

werden müssen. Lange Einleitungstexte schrecken ab. Detaillierte Informationen können mit

einem Hyperlink auf eine andere Seite ausgelagert werden. Aussagekräftige kurze

Überschriften sind Pflicht. Kurze Anreißertexte sagen, um was es geht und was den Leser

erwartet, der auf einen Hyperlink klickt.


Deutsch statt Englisch

Zwar schreiben viele Jugendliche SMS und E-Mail halb in Englisch, aber viele Ältere finden das

weniger cool als vielmehr unangenehm. Wenn es also auch einen deutschen Begriff gibt,

probieren Sie doch mal diesen aus.

 

 

(Quelle: Thorsten Schwarz, http://www.marketing-boerse.de/Fachartikel/details/Webdesign/7814)

 


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